Aus TraditiondemFortschritt verpflichtet Klagges 125 JahreDruck- und Verlagshaus SchŸrmann + Klagges ¥ Bochum1997 Quellennachweise: Andreas Bornholdt: 600 Jahre Bochumer Maiabendfest. Eine historische Entwicklung eines stŠdtischen Heimatfestes im Revier. Unter Mitarbeit von Klaus Liermann. Jobsiade Ð Leben, Meynungen und Thaten von Hieronimus Jobs dem Kandidaten, und wie Er sich weiland viel Ruhm erwarb, auch endlich als NachtswŠchter zu Sulzburg starb. Philipp Heinrich Perrenon, 1784 Bauen in Bochum. ArchitekturfŸhrer DBA, Bochum 1986 So war Bochum. Eine Stadt im Wandel. 11. Auflage, 1979, Ferdinand Kamp GmbH & Co. KG, Bochum Die MŠrkische Vereins-Druckerei A.-G. in Bochum von 1872 bis 1910 in Wort und Bild. Kurt Dšrnemann: Schauspiel in Bochum, 1963, Verlag LaupenmŸhlen und Dierichs, Bochum Nachrichtenblatt der vereinigten Kaufmannschaft e. V. Bochum, 8. MŠrz 1925 áUnser HochzeitsbuchÒ der Stadt Bochum, 2. Auflage 1987, Heinrich Gietl Verlag GmbH Hans H. Hanke: Bochumer Heimatbuch. Band 8: Bochum. Wandel in Architektur und Stadtgestalt. 1985 Heinrich KŠmpchen: Seid einig, seid einig Ð dann sind wir auch frei. 1984, Asso Verlag Anneliese Althoff, Oberhausen Wilhelm Herbert Koch: Kumpel Anton. Der ganze Kwatsch fon die letzten Jahre. 4. Auflage 1977, Droste Verlag, DŸsseldorf Fest-Buch zum Gesangwettstreit und Ehrenpreissingen. Bochum, 1882, Druck: J. W. Faebender, Bochum Verwaltungsbericht der Stadt Bochum 1995. Hrsg. vom Amt fŸr Statistik, Stadtforschung und Wahlen Weltgeschichte in Zahlen, Fischer Taschenbuchverlag, MŠrz 1977 Herbert Gršnemeyer, Bochum, 1984 EMI Electrola GmbH WAZ Bochum vom 24. Oktober 1983; WAZ Bochum vom 13. Juni 1988; Ruhr-Nachrichten Bochum vom 14. Juni 1988; WestfŠlische Rundschau Bochum vom 31. Mai 1990; Unsere Kirche. Evangelisches Sonntagsblatt fŸr Westfalen und Lippe, 32/1990; Ruhr-Nachrichten Bochum vom 30. April 1991; Stadtspiegel Bochum vom 20. November 1993; WAZ Bochum vom 29. April 1994; Ruhr-Nachrichten Bochum vom 29. April 1994; WAZ Bochum vom 28. Juni 1995 Bildnachweise: Technische Bildstelle, Stadtarchiv sowie Presse- und Informationsamt der Stadt Bochum (Seiten 8, 16, 26, 32, 34, 36, 40, 42, 50, 52); VfL Bochum (Seite 38); IHK Bochum (Seite 34); Stella Musical Management/Fotograf: Paul Leclaire (Seite 50); Ingo Otto (Seiten 6, 8, 20, 49) V. Wiciok/Lichtblick (Seite 58) Impressum: Entwurf und Gestaltung MTS Medien- und Text-Service GmbH, Herne Sabine Schleinhege Lithografie Karen Otto Druck SchŸrmann + Klagges GmbH & Co. KG, Bochum ©1997 by Verlag SchŸrmann + Klagges, Bochum Wir danken der Technischen Bildstelle, dem Stadtarchiv sowie dem Presse- und Informationsamt der Stadt Bochum, dem VfL Bochum, der Bochumer Maiabendgesellschaft 1388 e. V. sowie allen Beteiligten fŸr die freundliche UnterstŸtzung. Der Umwelt zuliebe Ð gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Wenn ein Unternehmen 125 Jahre in ein und derselben Stadt se§haft ist, dann kann man wohl von bodenstŠndig sprechen. Hunderte junger Menschen haben im Laufe der Jahre in diesem bodenstŠndigen Unternehmen einen Beruf erlernt, und Hunderte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben immer wieder zum Erfolg dieses Unternehmens beigetragen. Wenn wir heute auf eine solch lange Zeitspanne zurŸckblicken kšnnen, so erfŸllt uns dies mit Stolz und Dankbarkeit gleicherma§en: Stolz aus dem Grunde, weil es uns immer wieder gelungen ist, Menschen zu motivieren, ihr Bestes zu geben; Dankbar-keit deshalb, weil diese Menschen stets ihr Bestes geleistet haben, das Unternehmen mitzutragen. Ein Leitspruch unserer Firma lautet: áAus Tradition dem Fortschritt verpflichtet.Ò Diesen Worten getreu werden wir auch in Zukunft darauf bedacht sein, fortschrittlich zu denken und innovativ zu handeln. Und bei all diesem BemŸhen mšgen uns immer gute Freunde erhalten bleiben: Ohne sie geht es Ð auch in Zukunft Ð nicht. In einer Zeit, wo die moderne Technik mehr und mehr zum Dreh- und Angelpunkt allen †berlegens wird, wollen wir nicht vergessen, da§ der Dialog zwischen Menschen die wichtigste Art der Kommunikation ist und bleibt. Und so hoffe ich, da§ auch in den vor uns liegenden Jahren soziales Miteinander die weiteren Geschicke unseres Unternehmens ma§geblich mitbestimmen wird. Verleger Horst A. Ršhrig GeschŠftsfŸhrer der Firma SchŸrmann + Klagges GmbH & Co. KG Das GrŸnderhaus der MŠrkischen Vereins-Druckerei A.-G. Bochum im Wandel.Ein Unternehmen im Werden. 1872 ¥ Ein Jahr nach Entstehen des Deutschen Reiches auf Initiative Bismarcks in Versailles und der áGrŸnderkriseÒ zum Trotz machen sich 30 honorige Bochumer BŸrger, unter ihnen auch der damalige BŸrgermeister der Stadt, Maximilian Greve, und der Direktor der Sparkasse Bochum, an die GrŸndung der Aktiengesellschaft áMŠrkische Vereins-Druckerei A.-G.Ò. Alleiniger Zweck soll die Herausgabe einer Tageszeitung fŸr Bochum zur ErgŠnzung des amtlichen Kreisblattes áMŠrkischer SprecherÒ (seit 1849) sein. Die Firma findet an der Ecke Allee-/Humboldtstra§e 12Ð14 (heute Westring) ihre ersten GeschŠftsrŠume. Im gleichen Jahr noch erscheint die erste Ausgabe der áWestfŠlischen VolkszeitungÒ. ¥ Die Stadt Bochum zŠhlt zu dieser Zeit rund 21 200 Einwohner. Wirtschaftlichen Auf-trieb verschafft der Stadt in diesem Jahr die Handelskammer zu Bochum (in konstitu-ierender Sitzung begrŸndet am 31. Oktober 1856), die durch Aufnahme der Bergwerks-gesellschaften den Grundstein zur Vertretung von Industrie, Handel und Gewerbe des gesamten Kreises legt. Als erster PrŠsident fungiert der Unternehmer und Stadtverord-nete Louis Baare. Das gesellschaftliche Leben vor Ort lЧt wenig WŸnsche offen: Mehr als 200 Gast-, Schenk- und Speisewirtschaften stehen den BŸrgern zur VerfŸgung. ¥ In Deutschland wird die erste Rotationspresse von der Maschinenfabrik Augsburg-NŸrnberg gebaut. 1873 ¥Die Bevšlkerung steigt auf 25 174 Einwohner. Der Bochumer Verein Ð von ihm wer-den derzeit 397 Familienwohnungen betrieben Ð lЧt in NŠhe der Colonie Stahlhausen ein áKost- und LogirhausÒ fŸr 1500 unverheiratete Arbeiter errichten und schafft Abhilfe gegen die zunehmende Wohnungsnot. FŸr 80 Pfennig (Winter) und 75 Pfennig Das Kuhhirten-Denkmal (Nachbildung von 1962) Das Graf-Engelbert-Denkmal im Jahre 1901 Buchdruckerwappen aus der Kaiserzeit (Sommer) gibtÕs hier eine zweckmЧige, einfache Unterkunft, Mittag- und Abendessen. Nach amtlicher Feststellung waren die Portionen so reichlich bemessen, da§ davon eine gesunde, krŠftige Frau mit drei Kindern unter 14 Jahren vollauf gesŠttigt wurde. Die Redemptoristen mŸssen aufgrund des áKulturkampfesÒ Kirche/Reich (1873Ð1879) die Klosterkirche verlassen (RŸckkehr 1899 in dieselbe Kirche). 1874 ¥ Das erste Bochumer Adre§buch erscheint. ¥ Bochum wird zur kreisfreien Stadt erklŠrt. Der aus dem Rheinland stammende Karl Bollmann trŠgt als erster den Titel áOberbŸrgermeisterÒ. 1876 Im Mai beginnen nach langer Vorbereitungs- und hitziger KostenklŠrungszeit die Arbei-ten zur Anlage des Stadtparkes. Als Platz dafŸr ist die ehemalige Gemeindeweide aus-gewŠhlt worden, Ÿber die bis 1870 noch áder Kuhtrieb/HudebetriebÒ bewŠltigt wurde. Dieses allsommerliche Ereignis prŠgte das Stadtleben im wesentlichen mit, sorgte aber auch in deráfortschrittlichen StadtÒ fŸr viel Spott. Unter den stŠdtischen Bediensteten gibt es noch einen Schweine- und vier Kuhhirten; letztbekannter ist Fritz Kortebusch, dem mit dem áKuhhirten-DenkmalÒ eine bleibende Erinnerung gesetzt wurde. 1877 ¥SchŸtzenhauptmann Max Seippel von den Bochumer MaischŸtzen verfa§t ein Lied, dessen letzte Strophe auch noch heute bei der traditionellen Eichpflanzung im Stadt-park gesprochen wird: áBaum, der heute Du gepflanzet / Bist hier in der Erde Scho§, Wachse, blŸhe und gedeihe, / Werde krŠftig, werde gro§. GrŸne bis in ferne Zeiten / Immerdar aufÕs allerbest, Aber lŠnger, als du blŸhest / BlŸhe das Maiabendfest!Ò Die Feier des Maiabendfestes hat in Bochum lange Tradition. Man nimmt zum einen an, da§ sie auf die Bochumer Fehde 1388/89 des Grafen Engelbert III. von der Mark mit Das erste áRestaurations-LocalÒ im Stadtpark im Jahre 1878 Die alte Hauptpost an der Alleestra§e um 1880 Um die Jahrhundertwende Ð lebhaftes Treiben auf der Kortumstra§e Dortmunder Bauern und einer unterlassenen Zinszahlung zurŸckgeht. Andere wieder-um halten das Ganze fŸr einen uralten heidnischen FrŸhlingsbrauch. Der letztlich un-geklŠrte Ursprung tut dem Feiern keinen Abbruch: Das Fest findet alljŠhrlich unter gro§er Beteiligung der Bochumer Bevšlkerung sowie vielen GŠsten mit einem Auszug nach Harpen seinen Hšhepunkt. 1878 ¥ Die gartenarchitektonische Gestaltung des Stadtparkes sieht ihrer Fertigstellung entgegen. Der ParkhauspŠchter annoncierte: áMit besonderer Genehmigung der stŠdtischen Park-Commission werde ich zur Einweihung des Restaurations-Locals im Stadtpark É ein solennes Abendessen fŸr Herren und Damen É veranstalten (ˆ Couvert 2,25 Mk). É Um geneigte zahlreiche Betheiligung bittet Hochachtungsvoll! B. SteinbŸchel.Ò Die Bochumer Privatbrauerei Moritz Fiege wird gegrŸndet. Sie Ÿberlebt als einzige die 77 Brauereibetriebe, die es 1863 in Bochum gab Ð darunter die Victoria-Brauerei, die Scharpenseel-Brauerei und die Bergbrauerei AG Ð, bis heute. 1879 ¥ In Bochum wird die Hauptpost errichtet. ¥ Der Wiener Maler Karl Klietsch tritt mit einem Tiefdruckverfahren (HeliogravŸre) an die …ffentlichkeit (und fŸhrt 1891 in England den Rakeltiefdruck als Geheim-verfahren durch). ¥ Dieses Verfahren Ÿbernimmt die MŠrkische Vereins-Druckerei kurze Zeit spŠter. 1880 ¥ Nachwuchssorgen hat Bochum nicht: Immerhin 40 Prozent der Bevšlkerung sind jŸnger als 15 Jahre. ¥ Konrad Duden veršffentlicht die erste Ausgabe seines orthographischen Wšrter-buches. Es wird zum Ma§stab der richtigen Schreibweise und Ð neben dem Rotstift Ð zum wichtigsten Arbeitsmittel der Korrektoren. Das Unfallkrankenhaus áBergmannsheilÒ Festbuch zum Gesangwettstreit Westfalens erste Rotation steht bei der áMŠrkischenÒ. Aus dem áKaiserlichen HofÒ wird das Rathaus. 1882 ¥An den Pfingst-Festtagen (28./29. Mai) veranstaltet der MŠnnergesangverein áEinig-keitÒ einen gro§en Gesangwettstreit. Zwšlf Vereine, darunter zwei aus Amsterdam, nehmen daran teil. Im BegrŸ§ungslied hei§t es: Der KŸnste heilige Magie / Dient einem weisen Weltenplane, still lenke sie zum Oceane / Der grossen Harmonie!Ò (V. F. Mendelssohn-Bartholdy) ¥ Auch in der áMŠrkischenÒ geht es fortschrittlich-umsichtig weiter: Nachdem lange Jahre der Druck der áWestfŠlischen VolkszeitungÒ auf einer Bogendruckmaschine erfolgte, wird in diesem Jahre im Druckhaus eine Rotationsmaschine Ð die erste in Westfalen Ð aufgestellt. ¥ Georg Meisenbach erfindet den Bilddruck mit Hilfe einer RasterŠtzung (Autotypie). Somit wird es auch in unserem Hause mšglich, Bilder im Zeitungsdruck zu reprodu-zieren. 1884 ¥ Die Kreishandwerkerschaft zu Bochum wird gegrŸndet. ¥ Ottmar Mergenthaler (1854Ð1899) baut eine Setzmaschine. 1886 ¥ Das frŸhere Hotel Soeding an der Alleestra§e, einst áKaiserlicher HofÒ, wird als Rathaus in Betrieb genommen. 1888 ¥ Die Stadt feiert im April das 500. Bochumer Maiabendfest Ð in schlichter Form, da Kaiser Wilhelm I. verstorben war. Die eigentlichen áFestivitŠtenÒ werden vom 31. August bis zum 2. September mit einem SchŸtzenfest und einer Sedansfeier ánach-geholtÒ. SchŸtzenkšnig Gustav Wilhelm Becker wird mit 101 KanonenschŸssen gefeiert. 1889 ¥In Bochum entsteht das heute Ÿber die Bundesgrenzen hinaus bekannte Unfall-krankenhaus áBergmannsheilÒ (eršffnet 1890). Maschinensetzerei bei der áMŠrkischenÒ Das Kšnigliche Landgericht an der Schillerstra§e 1894 Ð die erste áElectrischeÒ fŠhrt nach Herne. 1890 ¥ Bochum zŠhlt 57 601 Einwohner. ¥ John Raphael Rogers und Fred E. Bright erhalten ein Patent auf eine Zeilengie§-Setz-maschine (áTypographÒ). 1892 ¥ Damit Recht ist, was Recht bleibe: Am 1. Oktober erfolgt die Inbetriebnahme des Kšniglichen Landgerichtes an der Schillerstra§e (heute Diekampstra§e). 1894 ¥ Viel bewundert und bereits als gro§stŠdtische Einrichtung eingestuft, fŠhrt am 23. November die erste áElectrischeÒ vom Bochumer KortlŠnder nach Herne, Vinckestra§e. In Erweiterung des gro§stŠdtischen Angebotes wird die erste stŠdtische Schwimm- und Badeanstalt an der Katharinastra§e mit ršmisch-irischer Abteilung in Betrieb genommen. 1895 ¥Die Rathausverwaltung und die 35 Mitglieder zŠhlende Stadtverordnetenversamm-lung beziehen den Erweiterungsbau an der MŸhlenstra§e (heute: Hans-Bšckler-Stra§e). Einblick in Bochumer Lebensweise Ð ein Gedicht von W. TŠpper, um 1895: GradÕ as Du. Et rŠren es son kleinen Racker, / Do reip sind Vader: áSag mal wacker, Hat jemand dich vielleicht geschlagen?Ò / Nu fing de Junge an te klagen: áDie Mama schlug mich mit en Klumpfen, / Und hat mich auch noch ausgeschumpfen, Sie sagt, ich wŠr ganz hšllenschlecht!Ò / áUnd darin hat die Mutter Recht. Es ist beinahÕ auch bald zu toll, / Du bist ja aller Streiche voll!Ò Met Schelmenogen unse Stropp, / áDie Mama sagtÕ auch noch dazu: Ich wŸrdÕ son Nichtsnutz, gradÕ as Du!Ò ¥ Die MŠrkische Vereins-Druckerei A.-G. erwirbt die LŸbelingsche Tapetenfabrik an der MŸhlenstra§e 12 (heute: Hans-Bšckler-Stra§e) und baut sie fŸr Verlags- und Druckereizwecke um. Die Fachhochschule Bergbau an der Herner Stra§e heute Bochum Ð Stadt der Arbeit. Im Bild der Bochumer Verein um 1900 1899 ¥ Die WestfŠlische Bergschule bezieht ihren Neubau an der Herner Stra§e. Dort residiert sie als Fachhochschule Bergbau heute noch. 1900 ¥ Bochum hat sich zu einer Stadt der Arbeit entwickelt.Insbesondere die áFabrikerÒ des Bochumer Vereins und Bergleute bilden den Hauptteilder Bevšlkerung. Nach den Unterlagen der alle fŸnf Jahre stattfindenden VolkszŠhlung hat Bochum, OberbŸrgermeister ist derzeit Fritz Graff, zum 1. Dezember 65 551 Einwohner, von denen nur zwei (!) ohne Religionsbekenntnis sind. Zur Jahrhundertwende besteht bereits ein breites Bildungsangebot: Sechs Volksschulen der evangelischen und katholischen Schulgemeinde, zwei gewerbliche Fortbildungs-und eine Haushaltsschule, ein stŠdtisches Gymnasium, eine stŠdtische Oberrealschule, zwei hšhere MŠdchenschulen, eine kaufmŠnnische Fortbildungsschule der Handels-kammer, die WestfŠlische Bergschule und eine israelitische Volksschule. Sie werden von 12 500 SchŸlern besucht. €ltester ist mit 36 Jahren ein BergschŸler. DarŸber hinaus gab es in Bochum acht Brauereien und 14 BuchhŠndler. Die Stadt nimmt zur Abgeltung von Straftaten 20 524,25 Goldmark ein. Als Vergehen werden benannt: 46mal ŸbermЧiges Peitschenknallen, 98mal Urinieren auf der Stra§e, 33mal Benutzung eines Fahrrades ohne ábrennende LaterneÒ, was angesichts von 842 bei Dunkelheit leuchtenden Gaslaternen auf den 150 Stra§en vielleicht ein wenig verwundert. Der Bochumer Landrat Karl Gerstein, áder letzte Kšnigliche Landrat des Kreises BochumÒ, wie auf seiner selbst gewŠhlten Grabinschrift verlautet, legt gemeinsam mit dem Essener OberbŸrgermeister Zweigert den Grundstein zur GrŸndung der Emschergenossenschaft. ¥ Zu Mainz wird das Gutenberg-Museum gegrŸndet (eršffnet im Jahre 1901). Ausbau der Akzidenzdruckerei bei der áMŠrkischenÒ 1903 Die Anzeigensetzerei um die Jahrhundertwende 1901 Ð Kohle und Stahl bestimmen das Stadtgeschehen. Die Vereinigten ElektrizitŠts-Werke (VEW) heute 1901 ¥ Der Lindener Bergmann und Heimatschriftsteller Heinrich KŠmpchen publiziert in weiser Vorhersehung am 16. MŠrz in einer Bergarbeiterzeitung sein Gedicht: áMein GlaubeÒ. Darin hei§t es: áÉ Die Erde bietet Brot und Raum / Genug zu aller Menschen Frommen. Ihr nennt es einen Dichtertraum / Ich aber wei§, es wird so kommen.Ò Kohle und Stahl bestimmen in den nŠchsten Jahren ma§geblich das Stadtgeschehen. ¥ Auch auf dem Gebiet der Zeitungsherstellung ermšglicht es die positive Entwicklung der MŠrkischen Vereins-Druckerei A.-G., eine neue, achtseitige Doppel-Rotationsmaschine aufzustellen. 1902 ¥ Bochum begrŸndet das Verbandswasserwerk mit Gelsenkirchen. ¥ Das Gesetz Ÿber das Urheberrecht an Werken der Literatur und Tonkunst tritt in Kraft. 1903 ¥ Die MŠrkische Vereins-Druckerei A.-G. stellt zwei Setzmaschinen (Linotype) auf. Gleichzeitig wird auch die inzwischen in Betrieb genommene Akzidenzdruckerei weiter ausgebaut. 1904 ¥ In Bochum wohnen auf einer FlŠche von 6,23 km2 75 228 BŸrger (MŠrz). Durch die Eingemeindungen von Grumme, Hamme, Hofstede und Wiemelhausen wird Bochum Gro§stadt mit mehr als 100 000 Einwohnern. ¥ Die áMŠrkischeÒ investiert in eine Schnellpresse fŸr die Akzidenz-Druckerei. 1905 ¥ In Bochum wird die StadtbŸcherei gegrŸndet. ¥ Im Ruhrgebiet streiken 200 000 Bergleute fŸr bessere Arbeitsbedingungen und Lohn-erhšhungen. 1906 ¥Unter dem Gedanken einer planmЧigen Verbundwirtschaft kommt es zur GrŸn-dung der Vereinigten ElektrizitŠts-Werke (VEW) Westfalen in Bochum. Die GrŸndungsvŠter von SchŸrmann & Klagges Max SchŸrmann Friedrich Klagges 1907 ¥ Bei der áMŠrkischen Vereins-DruckereiÒ wird eine eigene Buchbinderei eingerichtet. 1908 ¥ Clemens Erlemann, Bochumer Bauunternehmer, baut das Apollo-VarietŽ-Theater. 1909 ¥ Die Verkehrsbetriebe gehen mit GrŸndung der WestfŠlischen Stra§enbahn GmbH in Verbund. OberbŸrgermeister Fritz Graff grŸndet einen Denkmalausschu§, um der alten Bochu-mer Fehde 1388/89 zu gedenken und den Grafen Engelbert zu ehren. ¥ Bis 1909 kšnnen im Verlagshaus drei weitere Schnellpressen gro§en Formats sowie zwei Tiegeldruckpressen aufgestellt werden. ¥ Nicht alle Unternehmen gehen immer mit den rechten Mitteln vor: In Deutschland wird ein Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb erlassen. ¥ Die Stadt lЧt sich Kultur etwas kosten: In diesem Jahr betragen die ZuschŸsse fŸr TheaterauffŸhrungen bereits 4500 Mark. Im Oktober wird der Engelbertbrunnen feierlich eingeweiht. ¥ Das Druckunternehmen arbeitet fortan mit einer weiteren Setzmaschine (Typo-graph). Die Belegschaft ist stark angewachsen: Sie zŠhlt bereits 70 Mitarbeiter. Alle dreiSetzmaschinen arbeiten mit Doppelschicht. Nicht unerheblich trŠgt die Ausstattung derBetriebsrŠume mit elektrischer Beleuchtung dazu bei. Die ersten Schritte der Kommu-nikation nach au§en werden mittels der Fernrufnummer 651 getŠtigt, mit derSchlie§fachnummer 26 bei der Post ist der BrieftrŠger wesentlich entlastet worden. 1910 1911 ¥Die Buchdruckereibesitzer Max SchŸrmann und Friedrich Klagges erwerben alle Aktien der MŠrkischen Vereins-Druckerei und nehmen die Umwandlung der Aktien-gesellschaft in die MŠrkische Vereinsdruckerei SchŸrmann & Klagges Offene Handels-gesellschaft vor. Hauptaufgaben sind weiterhin die Herausgabe und der Verlag der áWestfŠlischen VolkszeitungÒ. 1912 ¥ August Bornemann und Dietrich Jung begrŸnden den áSpielleute-Verein 1912Ò, der fortan die MaischŸtzen begleitet. 1914 ¥ Die Stadt Bochum Ÿbernimmt das Apollo-Theater. 1915 ¥ Am 30. Dezember wird es als Bochumer Stadttheater mit Schillers áDon CarlosÒ feierlich eršffnet. 1917 ¥ GrŸndung des Deutschen Normen-Ausschusses (DIN). 1918 ¥ Die Eisen- und HŸttenwerk AG, heute Stahlwerke Bochum AG, wird gegrŸndet. Der ArbeiterfŸhrer Fritz Husemann greift massiv in die ausschreitenden Streikunruhen ein. Ein Arbeiter- und Soldatenrat wird gegrŸndet, der das Stadtparlament ablšst. Erstmals sitzen Frauen im Stadtparlament. ¥ In Deutschland wird der 8-Stunden-Arbeitstag Gesetz. 1919 ¥ Die Bochumer BŸhne wird gegrŸndet: 1. Intendant: Saladin Schmitt. Stadtrat Wilhelm Stumpf verhilft im Mai auch zur GrŸndung des neuen Bochumer Symphonieorchesters. Rudolf Scholz-Dornburg wird zum 1. Musikdirektor der Stadt berufen. ¥ Herausgabe der áHattinger VolkszeitungÒ durch die MŠrkische Vereinsdruckerei. Ihr folgen 1922 die áWattenscheider MorgenzeitungÒ und 1926 der áSteeler VolksfreundÒ. ¥ GrŸndung des Reichsverbandes der deutschen Industrie. Die Propsteikirche St. Peter und Paul nach dem Wiederaufbau Die ehemalige Kommunalbank in den 30er Jahren 1920 ¥ Die Propsteikirche St. Peter und Paul fŠngt bei Reparaturarbeiten am Dach Feuer. Der Turm brennt všllig ab und stŸrzt ein (1922 wiederaufgebaut).Die stŠdtische Galerie wird eršffnet.Die GEA AG wird gegrŸndet. ¥ Der MŠrkische Verlag G.m.b.H. wird zum 25. Februar gegrŸndet. 1923 ¥ Am 15. Januar wird Bochum unter dem Vorwand eines áproduktiven FaustpfandesÒ durch belgische und franzšsische Besatzungstruppen besetzt. Die Bochumer leisten ápassiven WiderstandÒ: In der Stadt lŠuten alle Glocken, in allen Betrieben wird die Arbeit niedergelegt. Bis zum Jahresende werden 28 667 Erwerbslose gezŠhlt. Zirka 15 000 Bochumer Kinder gehen auf áKinderlandverschickungÒ, grš§tenteils in die unbesetzten Teile Deutschlands, aber auch nach DŠnemark, Estland und in die Schweiz. ¥ In diesem Jahr kommt es zur ersten drahtlosen Bildtelegraphie. 1924 ¥ Baubeginn der Kommunalbank (Sparkasse), im Volksmund: áBŸgeleisenhausÒ. Im Rahmen des 536. Maiabendfestes lŠdt der Bochumer BŸrgerschŸtzenverein im SchŸtzenhof 1228 Kinder zur kostenfreien Speisung ein. 1925 ¥ Die Fahrzeugwerke Lueg errichten das erste Hochhaus in Bochum. Ein neues Finanzamt wird in Betrieb genommen. Die Stadt verfŸgt Ÿber 27 fšrdernde Schachtanlagen:Mit 22 000 Mann Belegschaft werden jŠhrlich 6,1 Mio. Tonnen Steinkohle gefšrdert. Das Bergarbeiter-Viertel im Griesenbruch hat den Namen áBlaubuchsenviertelÒ weg. ¥ Aus der MŠrkischen Verwaltungsschule geht die áVerwaltungsakademie Industrie-bezirkÒ hervor. ¥ Das erste Modell einer Kleinbildkamera Ð Leica Ð kommt auf den Markt. Der Rathaus-Neubau an der Hans-Bšckler-Stra§e 1926 ¥Der Bochumer OberbŸrgermeister Dr. Ruer betreibt den Neubau des jetzigen Bochu-mer Rathauses. Altenbochum, Bergen, Hordel, Riemke, Weitmar, Laer, Eppendorf und Hšntrop werden eingemeindet. ¥ Der MŠrkischen Vereinsdruckerei wird eine Verlagsabteilung angegliedert. Anfangs besteht die Hauptaufgabe in der Herausgabe des …rtlichen Telefonbuches sowie von Adre§bŸchern fŸr die StŠdte Bochum, Gelsenkirchen und Castrop-Rauxel. SpŠter ent-wickelt sich diese Abteilung mehr und mehr zu einem Zeitschriften- und Buchverlag. 1928 ¥ Die MŠrkische Vereinsdruckerei erwirbt die áSteeler ZeitungÒ und vereinigt sie mit dem áSteeler VolksfreundÒ. 1929 ¥ Die Einwohnerzahl der Stadt Bochum steigt durch Eingemeindungen von Harpen, Gerthe, Werne, Langendreer, Somborn, Querenburg, Stiepel, Linden-Dahlhausen, Baak und Sundern auf 321 189 (August). FlŠche: 121,35 km2. 50 000 Menschen arbeiten auf den 74 Schachtanlagen im Stadtgebiet, die 18 Bergwerks-gesellschaften gehšren. Inbetriebnahme der Kommunalbank (Sparkasse) und des PolizeiprŠsidiums. Der Bochumer BŸrgerschŸtzenverein feiert bereits sein 100jŠhriges Bestehen. 1930 ¥ Das Bergbau-Museum an der Voedestra§e, in den Hallen des alten Schlachthofes, wird gegrŸndet. 1931 ¥ Der Rathaus-Neubau ist beendet, das GebŠude an der Hans-Bšckler-Stra§e kann bezogen werden. Auf Initiative von Stadtrat Wilhelm Stumpf wird am 17. November der Stadtverband der Bochumer SchŸtzenvereine gegrŸndet, u. a. zur gemeinsamen Gestaltung des Maiabendfestes. Kulturgut wird der Rohstoffverwertung zugefŸhrt. Das zerstšrte SparkassengebŠude am Dr.-Ruer-Platz Bochum nach den Luftangriffen am 9. Oktober und 4. November 1944 Ð links der Marktplatz, rechts die Buddenbergstra§e 1932 ¥ Die Wirtschaftskrise zeigt Folgen: Mitte des Jahres mu§ die Stadtverwaltung die astronomisch anmutende Summe von 24 Mio. Reichsmark fŸr Wohlfahrtspflege und ErwerbslosenfŸrsorge aufbringen. In Bochum sind 37 000 MŠnner und 5000 Frauen arbeitssuchend. Das Hauptpostamt wird fertiggestellt. 1933 ¥ Die Magistratsverfassung hebt die gemeindliche Selbstverwaltung auf. 1939 ¥ Bochum zŠhlt heuer 312 933 Einwohner. In der Bochumer Innenstadt gibt es bereits 659 EinzelhandelsgeschŠfte. 1941 ¥ Verbot der Herausgabe der áWestfŠlischen VolkszeitungÒ, der áWattenscheider MorgenzeitungÒ und der áHattinger VolkszeitungÒ durch die Reichsregierung. 1943 ¥Bei einem Luftangriff der Alliierten am 14. Mai wird auch die MŠrkische Vereins-druckerei SchŸrmann & Klagges total zerstšrt. Der Druckereibetrieb geht jedoch an Ausweichstellen in Bochum, Wuppertal, Lenge-rich/Westfalen und Dessau (hier bis zum Jahre 1945) weiter. 1944 ¥ Alle Bochumer Glocken, die Graf-Engelbert-Statue und auch der áKuhhirteÒ werden demontiert und zur Rohstoffverwertung der Stahlindustrie zugefŸhrt. Bombenangriffe treffen Bochum am 9. Oktober und 4. November mit verheerenden Folgen: 85 Prozent der Stadt werden vernichtet, 4100 Tote sind in der Zivilbevšlkerung zu beklagen. 1945 ¥ Der Bochumer BŸrgermeister Dr. Franz Geyer Ÿbergibt am 10. April die Stadt Bochum im Rahmen der allgemeinen Kapitulation an einen bis heute unbekannten Offizier der durchziehenden Truppen. In den verwŸsteten Mauern Bochums Ð nur vier Prozent von 23 000 HŠusern blieben všllig unbeschŠdigt Ð leben noch 161 590 Menschen. Nachkriegs-Schauspiel im Parkhaussaal: áWeh dem, der lŸgtÒ AufrŠumarbeiten am Theatervorplatz Bochum im Wiederaufbau Ð unten links eingeblendet: das zerstšrte Stadttheater Am 10. September/15. November nehmen 42 Schulen in Bochum den Lehrbetrieb wieder auf (Ende 1945: 6788 SchŸler; Ende 1946 bereits 30 823 SchŸler).áWeh dem, der lŸgtÒ, nach Grillparzer, hei§t das erste StŸck des Bochumer Theaters, das unter Saladin Schmitt am 17. Dezember den Spielbetrieb im Parkhaussaal wieder-aufnimmt (das Stadttheater war zerstšrt). 1946 ¥Am 2. Januar wird Dr. Franz Schmidt zum Oberstadtdirektor gewŠhlt, Wilhelm Geldmacher am 30. Oktober zum ersten Nachkriegs-OberbŸrgermeister. Aus der ersten Kommunalwahl nach dem Krieg setzt sich die Stadtverordnetenver-sammlung wie folgt zusammen: 45 BŸrgervertreter, darunter fŸnf Frauen (SPD: 25, CDU: 18, KPD: 2). Im Dezember zŠhlt die Stadt bereits wieder 250 000 Einwohner. Am 16. Oktober erhŠlt Bochum eine Volkshochschule. ¥ Die áWestfalenpostÒ Ÿbernimmt in diesem Jahr das alte Verbreitungsgebiet der áWestfŠlischen VolkszeitungÒ, der áWattenscheider MorgenzeitungÒ und der áHattin-ger VolkszeitungÒ. ¥ Der deutsche Verleger Ernst Rowohlt bringt die árororoÒ heraus (Romane in Rota-tionsdruck und im Zeitungsformat). 1947 ¥ Die Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie bietet erste Vorlesungen an. 1948 ¥ Die Bochumer Industrie zŠhlt 110 000 BeschŠftigte. Bei 280 000 Einwohnern sind 3088 Handwerksbetriebe und 1520 EinzelhandelsgeschŠfte zu verzeichnen. Am 9. MŠrz grŸnden 200 MaischŸtzen im Rathaus die Bochumer Maiabendgesellschaft. Vorsitzender wird Stadtrat Dr. Franz, áJunggesellenŠltesterÒ Hermann Mšller. 1949 ¥ In Bochum findet vor der Hochofenkulisse des Bochumer Vereins der Deutsche Katholikentag statt. ¥ Die MŠrkische Vereinsdruckerei Ÿbernimmt die Anzeigenverwaltung sowie die Zei-tungsherstellung im lokalen Bereich fŸr die áRuhr-Nachrichten Ð Bochumer ZeitungÓ. Umjubelt: SchŸtzenkšnig Wilhelm Borgmann beim ersten SchŸtzenfest der Maiabendgesellschaft 1954 Das Bochumer Schauspielhaus nach dem Wiederaufbau 1955: das Druck- und Verlagshaus Die Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie an der Wittener Stra§e SchŸrmann & Klagges, Hans-Bšckler-Stra§e 12Ð16 1950 ¥30 Prozent aller Bochumer ErwerbstŠtigen sind im Bergbau beschŠftigt. Die Stadt richtet am 1. Juli als selbstŠndige Dienststelle das Amt fŸr Verkehrs- und Wirt-schaftsfšrderung ein Ð zur Verbesserung der Wirtschaftsstruktur sowie Hebung der Steuer- und Finanzkraft. Der Strukturwandel soll sich durch Umverteilung der Arbeits-plŠtze in Wachstumsbranchen vollziehen.Mit der englischen Stahlstadt Sheffield findet der erste Jugendaustausch statt. 1951 ¥ Nach der Zerstšrung beginnt der Wiederaufbau des neuen Schauspielhauses an alter Stelle (bis 1953). ¥ Die Firmennachfolge ist gesichert: Max SchŸrmann und GŸnter Klagges treten als Junioren in die Firma ein. 1952 ¥ Horst A. Ršhrig beginnt seine Ausbildung zum Schriftsetzer. ¥ Der Bundestag nimmt das Betriebsverfassungsgesetz an. 1953 ¥ Eršffnung des Theaters als áBochumer SchauspielhausÒ unter der Intendanz von Hans Schalla. Er knŸpft an die Tradition der Bochumer BŸhne an. 1954 ¥Die erste StŠdtepartnerschaft Ð mit Sheffield Ð kommt zustande. Die Bochumer Maiabendgesellschaft 1388 feiert vom 27. bis 30. Oktober ihr erstes SchŸt-zenfest (anlЧlich des 125jŠhrigen Bestehens des Bochumer BŸrgerschŸtzenvereins). ¥ In den USA gibt es den ersten Versuch mit einer elektrischen †bersetzungsmaschine. 1955 ¥ Die Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie nimmt ihren Neubau an der Wittener Stra§e in Betrieb. ¥ Nach dem Wiederaufbau kann die MŠrkische Vereinsdruckerei endlich ihr neues Druck- und Verlagshaus, Hans-Bšckler-Stra§e 12Ð16, beziehen. Die Belegschaft zŠhlt zu dieser Zeit schon wieder 100 Mitarbeiter. Der Bochumer Hauptbahnhof Die Industrie- und Handelskammer zu Bochum heute Bietet Platz fŸr Stunden der Arbeit und Mu§e Ð das GelŠnde der Ruhr-UniversitŠt. 1956 ¥ Die Industrie- und Handelskammer zu Bochum feiert ihr 100jŠhriges Bestehen. 1957 ¥ In Bochum wird der neue Hauptbahnhof eingeweiht. Am Ostring werden die neuen Berufsschulen I und II erbaut. 1958 ¥ In den letzten vier Jahren ist eine Neuansiedlung von 122 Firmen zu verzeichnen. Die FernsehgerŠtefabrik Graetz bietet insbesondere Frauen ArbeitsplŠtze. ¥ In der Bundesrepublik Deutschland kommt es zu áden Jahren der KohlekriseÒ. 1960 ¥ Das áZechensterbenÒ in Bochum beginnt: áPrinz RegentÒ schlie§t: 3813 Bergleute werden arbeitslos. ¥ EinfŸhrung der 40-Stunden-Woche durch tarifliche Regelungen in der eisenschaffenden Industrie. 1962 ¥Bei der Maschinenfabrik und Eisengie§erei Gebr. Eickhoff verlЧt die 5000. Maschi-ne Ð ein Walzenlader mit Hangendwalze Ð die ProduktionswerkstŠtten, hin zu ihrem Bestimmungsort in Japan. Die Adam Opel AG eršffnet ihre Werke in den Bochumer Stadtteilen Laer und Langen-dreer. 10 000 Personen Belegschaft bewŠltigen eine Tagesproduktion von 1011 Pkw, Typ áKadettÒ, in kompletter Fertigung. Der Grundstein fŸr die áRuhr-UniversitŠtÒ wird gelegt. Die Zahl der EinzelhandelsgeschŠfte betrŠgt nur noch 395. ¥ In Mainz wird das Gutenberg-Museum wiedereršffnet. 1964 ¥ Das Ruhrpark-Einkaufscenter in Harpen, derzeit das grš§te seiner Art in Europa, wird eršffnet. Das Planetarium der Sternwarte Bochum Die Fu§ballteams von SchŸrmann & Klagges und den áRNÒ Durch einen Gro§brand im Verlagshaus wird die gesamte Stereotypie zerstšrt. Das neue Graf-Engelbert-Denkmal Die Sternwarte Bochum erhŠlt ihr Planetarium. Die MaischŸtzen setzen am 29. April Graf Engelbert III. von der Mark ein neues Denkmal an alter Stelle (Kortumstra§e). 1965 ¥Bei der MŠrkischen Vereinsdruckerei SchŸrmann & Klagges werden die ersten loch-bandgesteuerten Schnellsetzanlagen (Linotype) sowie zwei Perforatoren installiert. 1966 ¥ Am 30. Juli wird die Ruhr-UniversitŠt in Bochum feierlich eršffnet. Der erste Student wird áwie ein KšnigÒ empfangen; er hei§t so. ¥ Im Zuge weiterer Expansion wird im Druckhaus ein Teil des GebŠudes aufgestockt. Hier findet eine neue Akzidenzsetzerei ihren Platz. Ein Gro§brand in der Druckerei zerstšrt die gesamte Stereotypie sowie gro§e Teile der LagerrŠume. Im Rahmen der Wiedererrichtung wird die Stereotypie mit hochmodernen Anlagen ausgestattet. 1967 ¥ In Bochum schlie§t die Zeche áConstantin der Gro§eÒ:3347 Bergleute verlieren ihre Arbeit. ¥ Die MŠrkische Vereinsdruckerei Šndert ihren Namen in áDruck- und Verlagshaus SchŸrmann & Klagges KGÓ. Die Akzidenz- sowie die Zeitungssetzerei erhalten neue Gie§anlagen fŸr den Gro§kegelsatz (Nebitype). 1968 ¥Das Druck- und Verlagshaus setzt sportliche Akzente: SchŸrmann & Klagges grŸn-det eine Betriebsfu§ballmannschaft. Das erste Spiel findet gegen die Ruhr-Nachrichten statt. Sie unterliegt den wackeren S & K-Recken 3:1. 1969 ¥ Der Maschinensaal des Druckhauses wird um eine gro§formatige Zweifarben-Druckmaschine fŸr den Buch- und Zeitungsdruck komplettiert. 1970 ¥ Der erste Spatenstich fŸr die unterirdische Stadtbahn (U 35) wird vorgenommen. 1973 schlie§t die Zeche áHannibalÒ, É Geschafft! Die Aufstiegsmannschaft des VfL Bochum in die 1. Bundesliga É die letzte auf altem Bochumer Gebiet. Moderne Technik im Maschinensaal des Druck- und Verlagshauses 1971 ¥ Bochum feiert seine 650-Jahr-Feier der StadtgrŸndung. Am 14. August bestreitet der VfL Bochum sein erstes Spiel in der 1. Fu§ball-Bundesliga.Hans-Werner Hartl schie§t das Tor zum 1:0-Sieg fŸr den VfL Bochum gegen EintrachtBraunschweig.Und so irrte Kumpel Anton, als er schrieb: áÉ Oder gezz tunse die Hauptstatt nach Bochum, / Watt sagen die Gelsenkirchener?Watt, Bochum? Die sint woll forn Schrank gelaufen,Die solln in Bochum Šrssma Fu§ballspieln lŠrn / Als dazze sich als HauptstŠtter aufspieln.Ò ¥ Um den Offsetdruck weiter auszubauen, wird im Druck-Vorstufenbereich eine moderne gro§formatige Kopie eingerichtet. ¥ Aufgrund des neuen deutschen Betriebsverfassungsgesetzes erhŠlt der Betriebsrat volles Mitbestimmungsrecht bei sozialen Angelegenheiten sowie wichtigen Planungsund Personalentscheidungen. 1972 ¥ Die Bevšlkerung der Stadt ist auf rund 360 000 Personen angewachsen. Auf dem UniversitŠtsgelŠnde entsteht die Fachhochschule Bochum. ¥ Das Druck- und Verlagshaus SchŸrmann & Klagges KG begeht sein 100jŠhriges FirmenjubilŠum. In diesem Jahr werden die ersten FotosatzgerŠte aufgestellt und eine eigene Reproduktionsabteilung eingerichtet. Der Abschied vom Bleisatz setzt sich fort. 1973 ¥ Mit der Schachtanlage áHannibalÒ schlie§t am 31. MŠrz die letzte Zeche auf (altem) Bochumer Gebiet. ¥ Im Maschinensaal von SchŸrmann & Klagges wird eine weitere gro§formatige Offsetdruckmaschine in Betrieb genommen. ¥ Der áBšrsenverein des Deutschen Buchhandels e. V.Ò feiert im April sein 150jŠhriges Bestehen. Das Terminal in NŠhe des Bochumer Hauptbahnhofes Neues Wahrzeichen: der Fšrderturm am Bergbau-Museum Das Ruhrstadion nach seinem Um- und Ausbau 1975 ¥ Am 1. Januar erfolgt der Zusammenschlu§ der StŠdte Bochum und Wattenscheid. Dies spiegelt sich auch im neuen Stadtwappen wider. Nach den Kommunalwahlen wird Heinz Eikelbeck OberbŸrgermeister der neuen Stadt Bochum. Als stŠdtisches Wahrzeichen erhŠlt der 68 Meter hohe Fšrderturm der Dortmunder Zeche Germania am Bochumer Bergbau-Museum Bedeutung. ¥ Neben Druckerei und Verlag schafft sich SchŸrmann & Klagges ein weiteres Stand-bein: eine eigene Agentur. Damit rundet das Unternehmen sein Serviceangebot ab. 1976 ¥ Der GeschŠftsfŸhrende Gesellschafter GŸnter Klagges verstirbt. Seine Ehefrau Odette Klagges wird neue KomplementŠrin des Druck- und Verlagshauses. 1978 ¥ Die Ruhr-UniversitŠt zŠhlt im Sommersemester bereits 23 503 Studierende. Die Medizin-Studenten-Ausbildung erfolgt praxisnah nach dem Bochumer Modell (einmalig in der Bundesrepublik Deutschland). ¥ Das Druckhaus leitet durch den Erwerb von zwei weiteren Offsetdruckmaschinen den †bergang vom Hochdruck zum Flachdruck ein. 1979 ¥ Ein Kunstwerk wird zum StadtgesprŠch: Das áTerminalÒ (Endstation) Ð Gro§plastik aus nicht weiterrostendem Corten-Stahl Ð des kalifornischen KŸnstlers Richard Serra erhŠlt seinen Standort am Ostring/Kurt-Schumacher-Platz. Die Stadt Bochum hat 427 855 Einwohner. Aus der Sportanlage an der Castroper Stra§e entsteht durch Um- und Ausbau das Ruhr-stadion, Heimspielplatz des VfL Bochum, mit 42 000 PlŠtzen (davon 11 300 SitzplŠtze). Die Adam Opel AG beschŠftigt 18 500 Mitarbeiter. Seit Produktionsaufnahme sind mehr als 7 Millionen Pkw vom Band gerollt. FirmenŸbernahme: Odette Klagges (Mitte) legt das Unternehmen in die HŠnde von Horst A. Ršhrig. Feierliche Eršffnung des Museums-Erweiterungsbaues 1980 ¥ Am 21. Oktober wird die StŠdtepartnerschaft mit Oviedo/Spanien begrŸndet. ¥ Die bisherigen Gesellschafter scheiden aus dem Druck- und Verlagshaus aus. Der langjŠhrige Prokurist und Betriebsleiter, Horst A. Ršhrig, erwirbt das Unternehmen und wird neuer GeschŠftsfŸhrender Gesellschafter. Im Rahmen einer stŠdtebaulichen Ma§nahme verlegt der Betrieb seinen Standort zur Industriestra§e 34 nach Bochum-Werne. Auf einer ProduktionsflŠche von nahezu 3000 m2 entsteht hier ein modernes Druck- und Verlagszentrum. Gleichzeitig wird die erste Phase eines gro§en Lichtsatz-Linotype-III-Systems installiert. Der †bergang vom Blei- zum Fotosatz ist nahezu abgeschlossen. 1981 ¥ Die erste Vierfarbmaschine, eine Roland-Offset, wird in Betrieb genommen. 1982 ¥ Die EDV rŸckt unaufhaltsam vor: Die BetriebsablŠufe werden durch Olivetti-Rechner im Netzwerk optimiert, im Bereich der Weiterverarbeitung wird eine Sammel-heftanlage (sechs Stationen mit Trimmer) angeschafft. 1983 ¥Die Eršffnung des Museums-Erweiterungsbaues am Stadtpark lockt viele promi-nente Besucher. Nachdenklich bemerkt Eršffnungsgast MinisterprŠsident Johannes Rau: áDas Haus gibt auch Antwort auf die Untergangsstimmung im Ruhrgebiet.Ò ¥ Das Druck- und Verlagshaus nimmt Abschied vom Bleisatz. In letzter Fertigung nach der Kunst Gutenbergs, dem Buchdruck mit beweglichen Lettern, wird eine polnische Zeitung gesetzt. Das áZeitalter des FotosatzesÓ hat begonnen. 1984 ¥ Herbert Gršnemeyer macht mit seinem áBochum-LiedÒ die Stadt weltbekannt: Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, / ist es besser, viel besser, als man glaubt, /tief im Westen ÉDu bist keine Schšnheit, vor Arbeit ganz grau, / du liebst dich ohne Schminke, bistÕne ehrliche Haut,leider total verbaut, / aber grad das macht dich aus.Du hastÕn Pulsschlag aus Stahl, man hšrt ihn laut in der Nacht. SchŸrmann & Klagges bezieht die neuen GeschŠftsrŠume an der Industriestra§e 34 in Bochum-Werne. MinisterprŠsident Johannes Rau bei der Vorstellung des Medienatlas 100jŠhriges Bestehen der Kreishandwerkerschaft Du bist einfach zu bescheiden. / Dein Grubengold, hat uns wieder hochgeholt. Du Blume im Revier.Bochum, ich komm aus dir, / Bochum, ich hŠngÕ an dir, / glŸck auf, Bochum.Du bist keine Weltstadt, / auf deiner Kšnigsallee finden keine Modenschaun statt,hier, wo das Herz noch zŠhlt, nicht das gro§e Geld, / wer wohnt schon in DŸsseldorf? Bochum, ÉDu bist das Himmelbett fŸr Tauben / und stŠndig auf Koks,hast im Schrebergarten deine Laube, / machst mit Õnem Doppelpa§jeden Gegner na§, du und dein VfL. Bochum É ¥ Die Kreishandwerkerschaft Bochum feiert ihr 100jŠhriges Bestehen. ¥ Zur Vorstellung des Medienatlas NRW in drei BŠnden gibt MinisterprŠsident Johannes Rau eine Pressekonferenz in der áProduktionswerkstattÒ, dem Druck- und Verlagshaus SchŸrmann & Klagges. BundesprŠsident Karl Carstens beurkundet dem Unternehmen eine beispielhafte Berufsausbildung. ¥ Es begann in einer Garage: Die Kalifornier Steve Jobs und Steve Wozniak haben im September ihre Prototypen áApple I, II, III, Lisa, Apple IIeÒ (von MŠrz 1976 an) bis zum 512-K-áWŸrfelÒ-Rechner weiterentwickelt. Eine Schnapszahl brachte GlŸck: Die erste Platine kostete 666,66 Dollar. AnfŠnglich als áMŠusekinoÒ belŠchelt, fŸhrt der Apple Macintosh in kurzer Zeit zu einer Revolutionierung im Druckvorstufenbereich. 1985 ¥ Am 22. Oktober feiert Bochum 125 Jahre Anschlu§ an das Eisenbahnnetz. ¥ Das Druckhaus erwirbt Anteile an der Verlagsgemeinschaft West. 1986 ¥ Bochum zŠhlt 408 071 Einwohner (Stand: Juni) auf 145,38 km2. Der Verein der Freunde und Fšrderer der StŠdtischen Gewerblichen Berufs-, Berufsfach-und Fachoberschulen 2 wird gegrŸndet. 1. Vorsitzender (bis 1995): Horst A. Ršhrig. ¥ Der erste Macintosh-áWŸrfelÒ Ð ein 512-KB-Rechner mit externem Diskettenlaufwerk Ð hŠlt Einzug ins Unternehmen. Pressekonferenz mit MinisterprŠsident Johannes Rau 1984 Innovativ: der erste 512-K-Rechner Traditionell: die Gautschfeier Die Bochumer Maiabendgesellschaft feiert das 600. Maiabendfest. Das gesamtdeutsche Turnfest 1990 1987 ¥ Die StŠdtepartnerschaft mit Donezk/Ukraine wird begrŸndet. 1988 ¥ Die Stadt Bochum feiert das 600. Maiabendfest. Mit Prominenz, Musik und natŸrlich dem áBochumer JungenliedÒ zieht man nach Harpen aus. Es kann ja nicht immer so bleiben / Hier unter dem wechselnden Mond,Es blŸht eine Zeit und verwelket, / Was mit uns die Erde bewohnt.Refrain: //Und kommen wir wieder zusammen / Auf wechselnder Lebensbahnsind wir immer noch die Bochumer Jungen, / Junge, do kass di drop verloten.//Es haben viel fršhliche Menschen / Lang vor uns gelebt und gelacht,Den Ruhenden unter dem Rasen / Sei fršhlich der Becher gebracht.Und kommen wir wieder zusammen / Auf wechselnder Lebensbahn,So knŸpfen ans fršhliche Ende / Den fršhlichen Anfang wir an. Junggesellenhauptmann: Norbert Hagenbšhmer, Adjutant: Reiner Hofmann. Der Vorsitzende der MaischŸtzen, Klaus Liermann, Ÿberreicht OberbŸrgermeister Heinz Eikelbeck die erste JubilŠums-Medaille, geprŠgt von der Sparkasse Bochum. Der STARLIGHT EXPRESS feiert am 12. Juni Premiere: áÉ eine Show voller Dynamik und Aktionen, eine Farbenorgie in Phantasie-KostŸmen und Laser-Licht, die Kumulati-on mitrei§ender MusikÒ, so die Lokalpresse. Andrew Lloyd Webbers Musical lЧt Ex-Nationaltorwart Sepp Maier grŸbeln: áWarum gibtÕs so was Tolles nicht in MŸnchen?Ò ¥ Bei SchŸrmann & Klagges ist die Druckvorstufe komplett digital umgestellt. 1989 ¥ Die Medienlandschaft wird um einen eigenen lokalen Radiosender Ð die áRuhrwelle BochumÒ Ð erweitert. 1990 ¥Das erste gesamtdeutsche Turnfest der Nachkriegszeit mit 90 000 Aktiven findet in Bochum und Dortmund statt. OberbŸrgermeister Eikelbeck spart nicht an Lob, insbe-sondere fŸr die Hausmeister, die viele UnterbringungsengpŠsse zu ŸberbrŸcken hatten. Die StŠdtepartnerschaft mit Nordhausen/ThŸringen wird begrŸndet. Der 24. Evangelische Kirchentag Die Jahrhunderthalle wird zum Treffpunkt fŸr Bochumer BŸrger. Tag der offenen TŸr im Verlagshaus Nach 99 Jahren áElectrischeÒ gleitet die erste U-Bahn von Bochum nach Herne. 1991 ¥ Bochum richtet den 24. Deutschen Evangelischen Kirchentag aus. Rund 150 000 Besucher finden den Weg in unsere Stadt. Im Mittelpunkt erscheint der áRuhrmenschÒ zwischen Aufstieg und Fall einer Region, die bis heute als Ganzes noch nicht einmal áim GrundbuchÒ steht. Das Technologie-Zentrum eršffnet (April) im MB-GebŠude an der Ruhr-UniversitŠt Bochum. 20 Jahre stand das MB-GebŠude ungenutzt. 28,7 Millionen DM wurden inve-stiert, damit das Entwicklungszentrum realisiert werden konnte. ¥ Im Hause SchŸrmann & Klagges werden eine gro§formatige Mehrfarben-Offsetmaschine und die vierte Falzmaschine aufgestellt. Eine neue Schneidstra§e ist eingerichtet. Horst A. Ršhrig grŸndet gemeinsam mit den Verlegern Dr. h. c. Hans-Friedrich Sutter und Hans-Otto Lecht den Telefonbuchverlag Potsdam GmbH mit Firmensitz in Paretz. Auch der interessierten …ffentlichkeit wird in diesem Jahr Einblick gegeben, was sich im Druckgewerbe so tut: SchŸrmann & Klagges lŠdt zum Haus der offenen TŸr ein. 1992 ¥ Das Druckhaus áplatzt nahezu aus allen NŠhtenÒ. Die Abteilung WerbeprŠsente wird schlie§lich als eigenstŠndiges Unternehmen nach Herne ausgegliedert. Die Tochtergesellschaft erhŠlt den Namen áRose-PrŠsente Vertriebsgesellschaft mbHÒ. Erster GeschŠftsfŸhrer (bis 1994) wird Diplomingenieur Kai-Uwe Ršhrig. 1993 ¥Nach nur drei Jahren Bauzeit steht die unterirdische StŠdteverbindung zwischen Bochum und Herne. Gerade mal 30 Minuten Fahrzeit liegen zwischen den Endbahn-hšfen. Am 27. November ágleitetÒ die erste U 35 von áSchlo§ StrŸnkedeÒ/Herne bis áHustadtÒ/Bochum. 1994 ¥Feierliche Eršffnung der Jahrhundert-Halle, Bochums áschšnstem Industrie-Denk-malÒ an der Alleestra§e (Krupp-Areal). Sie wird zum Treffpunkt fŸr Aussteller und Anbieter und zum Anlaufpunkt fŸr Bochumer BŸrger. Tag der offenen TŸr bei SchŸrmann & Klagges 1991 Ernst-Otto StŸber wird am 3. November in das Amt des hauptamtlichen OberbŸrger-meisters gewŠhlt. Er bekleidet als einer der ersten áStadtvŠterÒ im Revier das Amt der ákommunalen DoppelspitzeÒ. Bochum nimmt eine wirtschaftsbezogene StŠdtepartnerschaft mit Xuzhou/China auf. ¥ SchŸrmann & Klagges beteiligt sich an der Firma ZERES GmbH Ð Zentrum fŸr elek-tronische Ressourcen europŠischer Sprachen mit Sitz in Bochum. 1995 ¥ Staatsminister Wolfgang Clement wird am 20. Januar die áGoldene SteuerschraubeÒ des Bochumer Finanzamtes verliehen. Was verwundert, denn nach Berechnung des Bundes der Steuerzahler ist Bochum die gebŸhrenfreundlichste Gemeinde unter den kreisfreien StŠdten Nordrhein-Westfalens. Die Firma Nokia Mobilphone feiert am 28. August Richtfest im neuen Entwicklungs-, Produktions- und Verteilungszentrum an der Meesmannstra§e. Hier sollen 1500 neue ArbeitsplŠtze entstehen. Vor Ort lЧt sich international preiswŸrdig tafeln: Johannes Lensing (Gastronomie im Stadtpark) erhŠlt beim Wettbewerb unter 170 europŠischen Kšchen eine Sonderauszeichnung in der Sparte áDessertÒ. Bochum begeht das áKortum-JahrÒ zum Gedenken an den Mediziner Dr. Carl-Arnold Kortum und zu dessen 250sten Geburtstag. Selbiger schien der Druckzunft wenig zuge-neigt gewesen zu sein, als er in seiner áJobsiadeÒ (ursprŸnglich: áLeben, Meynungen und Thaten von Hieronimus Jobs dem Kandidaten, und wie Er sich weiland viel Ruhm erwarb, auch endlich als NachtswŠchter zu Sulzburg starbÒ), 1784, 31. Kapitel, 4. Vers, schrieb: áEr nahm sich auch vor, nie in seinem Leben / Wieder BŸcher im Druck herauszugeben, Denn blo§ und allein von Authorsucht / RŸhrte sein UnglŸck und izige Furcht.Ò Das Bochumer Multi-Talent Kortum (1745Ð1824) machte nicht nur als Dichter von sich reden, sondern betŠtigte sich auch als Maler, Flštenspieler, Alchimist und Botaniker. áAus Tradition dem Fortschritt verpflichtetÒ: Verleger Horst A. Ršhrig mit seinem Sohn Kai-Uwe Ršhrig ¥ Der Sohn des GeschŠftsfŸhrers, Diplomingenieur Kai-Uwe Ršhrig, tritt ins Bochu-mer Druckerei-Unternehmen ein. Als Prokurist zeichnet er verantwortlich fŸr die Bereiche Marketing und Multimedia. Die Druckvorstufe wird komplett der technischen Weiterentwicklung angepa§t. 1996 ¥ Wem das gedruckte Wort nicht ausreicht, der kann nun auch zur Silberscheibe greifen: SchŸrmann & Klagges pre§t eigene CDs. 1997 ¥ Das Unternehmen Šndert seine Gesellschaftsform in áGmbH & Co. KGÒ. Als neuer KomplementŠr wird der MŠrkische Verlag GmbH eingesetzt. Im Druck- und Verlagshaus wird eine neue gro§formatige Vierfarben-Offset-Maschine mit Leitstandtechnik installiert. Am 16. Mai feiert SchŸrmann + Klagges sein 125jŠhriges Bestehen. MottoáWir werden in unserem Hauseimmer gute Produkte herstellen. Mit Gewinn Ð wenn wir kšnnen. Mit Verlust Ð wenn wir mŸssen. Aber immer gute Produkte.Ò